Glossarbegriffe: Adaptive Optik
Description: Wenn du nachts nach oben schaust, siehst du vielleicht die Sterne funkeln. Das liegt daran, dass die Luft in der Erdatmosphäre immer in Bewegung ist. Durchquert das Licht eines Sterns eine Region mit Turbulenzen, wird es deshalb unterschiedlich stark abgelenkt. Deshalb ist das, was wir am Himmel sehen, nicht ein einziger gleichmäßiger Lichtpunkt für jeden Stern, sondern eine tanzende, sich ständig verändernde, verzerrte Folge von Punkten. Für Astronomen bedeutet das Funkeln, dass sie Himmelsobjekte nicht so detailliert abbilden können, wie es ihre großen erdgebundenen Teleskope sonst eigentlich könnten. Die adaptive Optik ist eine Möglichkeit, diesen Effekt abzuschwächen. Mit Hilfe eines echten Sterns oder eines mit einem Laser projizierten "künstlichen Sterns" überwacht ein System der adaptiven Optik ("AO") die atmosphärischen Verzerrungen in Echtzeit. Das in das Teleskop eintretende Licht wird auf einen verformbaren Spiegel gelenkt. Dieser Spiegel wird von einem Computer gesteuert und kontinuierlich verformt, um der atmosphärischen Verzerrung entgegenzuwirken.
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In Other Languages
- Arabisch: البصريات المكيفة
- Bengali: অভিযোজনশীল আলোকবিজ্ঞান (Adaptive Optics)
- Englisch: Adaptive Optics
- Spanisch: Óptica adaptativa
- Französisch: Optique adaptative
- Hindi: अनुकूली प्रकाशिकी
- Italienisch: ottica adattiva
- Japanisch: 補償光学 (external link)
- Marathi: अनुकूली प्रकाशिकी
- Vereinfachtes Chinesisch: 自适应光学
- Traditionelles Chinesisch: 自適應光學
Zugehörige Medien
beta Pictoris b
Bildunterschriften: Dieses Kompositorium aus zwei Bildern zeigt den Planeten beta Pictoris b und eine Scheibe aus Material, die beide den jungen Stern beta Pictoris umkreisen. Beide sind im Infrarotlicht aufgenommen. Das innere Bild war eine der ersten Aufnahmen eines Planeten, der einen anderen Stern umkreist (ein Exoplanet). Dieses Bild wurde mit einer Technik namens adaptive Optik aufgenommen, die den Unschärfeeffekt der Erdatmosphäre, der das Licht eines Sterns streut, beseitigt. Das Licht des Sterns wird dann so stark gebündelt, dass es hinter einem Sperrkreis (hier in schwarz), dem so genannten Koronagraphen, verborgen werden kann. Die Wellen um diesen Kreis herum sind Artefakte des Abbildungsprozesses. Beta Pictoris b, ein Gasriese mit etwa der zwölffachen Masse des Jupiter, erscheint als Punkt oberhalb und links des schwarzen Kreises.
Das äußere Bild zeigt die thermische Emission der warmen Materialscheibe, die den jungen Stern Beta Pictoris umgibt. Da wir diese Scheibe von der Kante aus betrachten, erscheint sie als eine Linie. Diese Gas- und Staubscheibe lieferte das Material zur Bildung von beta Pictoris b.
Bildnachweis: ESO/A.-M. Lagrange et al.
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Das Very Large Telescope (VLT) der ESO in der Sternwarte Paranal mit einem Mondhalo
Bildunterschriften: Das Very Large Telescope auf dem Cerro Paranal in Chile verfügt über vier Spiegelteleskope mit jeweils einem Hauptspiegel von 8,2 m Durchmesser. Auf diesem Bild ist eine Kuppel geöffnet und feuert Laserstrahlen in den Himmel. Diese Laser erzeugen künstliche Sterne am Himmel, mit denen die Optik des Teleskops angepasst werden kann, um die Unschärfe der Erdatmosphäre zu beseitigen. Dieses Verfahren wird als adaptive Optik bezeichnet.
Am Himmel ist der Mond von einem hellen Halo (auch genannt Lichthof) umgeben. Dieser wird durch das Licht des Mondes verursacht, das in den Eiskristallen der Erdatmosphäre reflektiert wird.
Bildnachweis: Juan Carlos Muñoz-Mateos/ESO
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Der Planet PDS 70b im Inneren einer protoplanetaren Scheibe
Bildunterschriften: Ein Bild des Planeten PDS 70b. Der junge Stern PDS 70b ist von einer protoplanetaren Scheibe umgeben. Scheiben wie diese enthalten Gas, feine sandige Partikel, die Astronomen als Staub bezeichnen, und auch größere Körper, von kieselsteingroßen Objekten bis hin zu Protoplaneten (Planeten, die sich noch im Entstehen befinden).
Dieses Bild wurde mit Hilfe einer adaptiven Optik im Infrarotlicht aufgenommen. Bei der adaptiven Optik handelt es sich um eine Technik, bei der flexible Spiegel und eine Computeranalyse eingesetzt werden, um die durch die Erdatmosphäre verursachte Bildunschärfe zu beseitigen. Dadurch können die Astronomen in der direkten Umgebung von Sternen wie PDS 70 nach Regionen suchen, die andernfalls vom Licht des Sterns, welches durch die Erdatmosphäre gestreut wird, überblendet würde. In der Mitte der Scheibe ist ein schwarzer Kreis zu sehen. Dieser wird durch einen Koronographen verursacht, einer kleinen Kreisscheibe, die das Licht des Muttersterns abblockt. Der Stern selbst ist von einem hellen Oval aus Infrarotlicht umgeben, das von dem Material der protoplanetaren Scheibe ausgestrahlt wird. Rechts neben dem schwarzen Kreis, der den Stern bedeckt, befindet sich ein heller Fleck. Dies ist PDS 70b, ein Riesenplanet, der sich noch in der Entstehung befindet.
Bildnachweis: ESO/ A. Müller, MPIA
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