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Glossar-Begriff: Roche-Grenze

Beschreibung: Gezeitenkräfte ziehen astronomische Objekte zu längliche Formen auseinander. Zum Beispiel zieht der Mond das Wasser um die Erde zu zwei Flutbergen auseinander. Das führt zu den Gezeiten auf der Erde.

Alle massereichen Objekte üben Gezeitenkräfte aufeinander aus. Massereichere Objekte üben größere Gezeitenkräfte aus, während die Gezeitenkräfte bei Objekten, die näher beieinander liegen, stärker sind. Diese Gezeitenkräfte können so stark werden, dass sie eines der Objekte in Stücke reißen können, wenn es zu stark auseinander gezogen wird.

Für ein Objekt (z. B. einen Asteroiden oder einen Mond) einer bestimmten Masse und Größe, das sich in der Nähe eines anderen massereichen Objekts befindet, gibt es einen Abstand, innerhalb dessen es von den Gezeitenkräften des anderen Objekts in Stücke gerissen wird. Diese Entfernung wird als Roche-Grenze bezeichnet.

Ein gängiges Beispiel für die Roche-Grenze sind felsige und eisige Monde, die um Riesenplaneten kreisen. Wenn ein Mond näher am Riesenplaneten ist als die Roche-Grenze, löst er sich auf und seine Trümmerteile bilden einen Ring um den Riesenplaneten.

Die auf dem Mond und anderen felsigen Körpern im Sonnensystem sichtbaren Kraterketten, die so genannten "Catenae", zeigen, dass Asteroiden beim Passieren der Roche-Grenze auseinanderbrechen und als eine Reihe kleinerer Objekte auf der Oberfläche aufschlagen, anstatt als ein einziger großer Körper.

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Begriffs- und Definitionsstatus Die Originaldefinition dieses Begriffes auf Englisch wurden von einem forschenden Astronom und einer Lehrkraft bestätigt
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Der Komet Shoemaker–Levy 9 erscheint als lange Kette heller Fragmente vor dem dunklen Hintergrund des Weltraums.

Der Komet Shoemaker-Levy nach dem Überschreiten der Roche-Grenze des Jupiter

Unterschrift: Dieses vom Hubble-Weltraumteleskop aufgenommene Panoramabild zeigt Fragmente des Kometen Shoemaker–Levy 9. Dieser Komet wurde 1993 als die hier zu sehende Reihe von Fragmenten entdeckt. Diese Fragmente umkreisten den Jupiter. Man nimmt an, dass der noch unfragmentierte Komet irgendwann in den vorangegangenen Jahrzehnten durch die Schwerkraft des Jupiter eingefangen worden ist. Im Jahr 1992 passierte der Komet dann die Roche-Grenze des Jupiters. Astronomische Objekte üben gegenseitig Gravitationskräfte aufeinander aus: Je näher man einem Objekt ist, desto größer ist diese Kraft. Da es sich bei den beteiligten Körpern um ausgedehnte Objekte handelt, ist die Gravitationskraft die das eine auf das andere Objekt ausübt, auf der zu- und abgewandten Seite unterschiedlich groß. Die so verursachte Dehnung verformt das Objekt und ihre Ursache wird als Gezeitenkraft bezeichnet. Befindet sich ein Objekt nahe genug an einem großen Himmelskörper wie dem Jupiter, wirkt auf das Objekt eine so große Gezeitenkraft, dass diese die innere Gravitationskraft, die das Objekt zusammenhält, übersteigt und es in Stücke reißt. Die Entfernung zum größeren Himmelskörper, innerhalb derer dies geschieht, wird als Roche-Grenze bezeichnet. Als Shoemaker–Levy 9 1992 die Roche-Grenze des Jupiters überschritt, riss die Gezeitenkraft den Kometen in einzelne Fragmente auseinander. Hier sehen wir diese Fragmente aufgereiht in einer Kette, während sie im Mai 1994 den Jupiter umkreisten. Im Juli 1994, stürzten die Kometenfragmente dann im Laufe einer Woche in einer spektakulären Serie von Einschlägen in die Jupiteratmosphäre. Dieses Ereignis bot Wissenschaftlern die seltene Gelegenheit, einen solchen Einschlag in Echtzeit mitzuerleben.
Bild: NASA, ESA sowie H. Weaver und E. Smith (STScI) Quellenlink

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