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Glossarbegriffe: Jupiter

Description: Jupiter ist der größte Planet im Sonnensystem und von der Sonne aus gesehen der fünfte Planet. Er ist ein Gasriese mit einem Radius von 71.300 Kilometern (km), was etwa dem 11-fachen Radius der Erde entspricht. Seine Masse (318-mal so groß wie die Masse der Erde) ist größer als die aller anderen Planeten und der kleineren Objekte im Sonnensystem zusammen. Sein deutscher Name leitet sich von der obersten römischen Gottheit ab.

Seine typische Entfernung von der Sonne beträgt 778 Mio. km, d. h. etwa 5 Astronomische Einheiten (Abstand Erde-Sonne). Jupiter braucht knapp 12 Jahre für einen Umlauf um die Sonne. Bis zum Jahr 2023 haben Astronomen mehr als 90 Monde oder natürliche Satelliten entdeckt, die Jupiter umkreisen.

Jupiter ist mit dem bloßen Auge sichtbar. In einem kleinen Teleskop können wir verschiedenfarbige Wolkenbänder und eine riesige rote, kreisförmige Sturmregion (den sogenannten Großen Roten Fleck) sehen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden einige Raumsonden zum Jupiter geschickt. 2016 begann die NASA-Raumsonde Juno, den Jupiter und seine Monde genauer zu erforschen.

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Term and definition status: The original definition of this term in English have been approved by a research astronomer and a teacher
The translation of this term and its definition is still awaiting approval

The OAE Multilingual Glossary is a project of the IAU Office of Astronomy for Education (OAE) in collaboration with the IAU Office of Astronomy Outreach (OAO). The terms and definitions were chosen, written and reviewed by a collective effort from the OAE, the OAE Centers and Nodes, the OAE National Astronomy Education Coordinators (NAECs) and other volunteers. You can find a full list of credits here. All glossary terms and their definitions are released under a Creative Commons CC BY-4.0 license and should be credited to "IAU OAE".

Zugehörige Medien


The planet Jupiter with the two of the four Galilean moons (visible as bright dots) orbiting it.

Jupiter's Rotation, by Vishal Sharma, India

Bildunterschriften: Third place in the 2021 IAU OAE Astrophotography Contest, category Galilean moons: Jupiter’s Rotation, by Vishal Sharma, India. This time-lapse beautifully shows the rotation of Jupiter and the passage of two Galilean moons on the right side of the frame. Jupiter completes one rotation in just under 10 hours and we see as the Great Red Spot makes its way from left to right. The two moons travel a noticeable fraction of their orbit in this short time. This image was taken in 2020 in the North of India.
Bildnachweis: Vishal Sharma/IAU OAE

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons


The planet Jupiter, seen here as a bright disk, is orbited by the four Galilean moons, seen here as bright dots

Jupiter Moons Movie2, by Nicolas Hurez, Paul-Antoine Matrangolo, and Carl Pennypacker, United States of America

Bildunterschriften: Second place in the 2021 IAU OAE Astrophotography Contest, category Galilean moons. This sequence shows the orbit of the four Galilean moons around the planet Jupiter. Almost two entire orbits of the innermost moon, Io, can be seen, with the other moons (Europa and Ganymede, but in particular Callisto) being further away, orbiting noticeably slower. The images were obtained in 2018 with the Las Cumbres Global Observatory at different locations on Earth, allowing a continuous sequence of images over approximately half a week without gaps during the day. With clear skies and over the course of several nights, the motion of the Galilean moons can also be observed with binoculars (ideally steady your elbows on a surface).
Bildnachweis: Nicolas Hurez, Paul-Antoine Matrangolo and Carl Pennypacker/IAU OAE

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons


Jupiter with coloured horizontal bands of clouds. The shadow of the moon Io is seen as a dark circle in the top left

Jupiter, Io and its shadow, by Ralf Burkart, Germany

Bildunterschriften: First place in the 2021 IAU OAE Astrophotography Contest, category Galilean moons. This time-lapse of Jupiter taken in 2017 from Germany beautifully illustrates the transit of one of the Galilean moons, Io, in front of Jupiter. As this is simply a moon casting a shadow on a planet it is equivalent to a lunar eclipse on Earth observed from further away. While the shadow of the moon is clearly visible from the beginning, it might be difficult to spot the moon itself against the background of the beautiful atmospheric bands of Jupiter the first time the video is seen. Watching it repeatedly allows appreciating the rapid motion and rotation in this fantastic observation.
Bildnachweis: Ralf Burkart/IAU OAE

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons


The planet Jupiter with horizontal cloud ribbons and the great red spot

Jupiter

Bildunterschriften: This full disk view of Jupiter was obtained on 21 April 2014 with Hubble's Wide Field Camera 3 (WFC3). It shows the prominent great red spot, a gigantic cyclone. Cloud ribbons cover the surface, whose colours stem from gases like ammonia and other chemical compounds.
Bildnachweis: NASA, ESA, and A. Simon (Goddard Space Flight Center) credit link

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons


Die Milchstraße über dem Horizont und einer Landschaft mit Bäumen, Wasser und dem fernen Schein der Lichter einer Stadt

Fließender Nachthimmel

Bildunterschriften: Lobende Erwähnung beim IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Zeitraffer von Himmelsmustern. Dieser Zeitraffer wurde im August 2020 in der Slowakei aufgenommen. Teilweise wird in den einzelnen Sequenzen die relative Bewegung des Himmels zur Erdrotation festgehalten, so dass wir als Betrachter*innen eine andere Perspektive erleben. Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, ist während des gesamten Videos zu sehen. Die hellen Objekte in der Nähe der Milchstraße sind Jupiter und Saturn, die dicht beieinanderstehen, wobei Jupiter der hellere ist. Das Video zeigt auch das Treiben von Amateurastronom*innen, die mit ihren Teleskopen beobachten und den Nachthimmel fotografieren. Ein Aspekt der astronomischen Beobachtungskunst ist, dass Wolken plötzlich den ganzen Himmel bedecken können. Der Nebel entsteht meist durch die höhere Luftfeuchtigkeit nach dem Regen. Die meisten der Lichtspuren am Himmel stammen von Satelliten, aber einige von ihnen, die nur sehr kurz und unauffällig erscheinen, sind Sternschnuppen, denn das Video wurde um den Höhepunkt des Perseiden-Meteorstroms herum aufgenommen.
Bildnachweis: Robert Barsa/IAU OAE

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Die Milchstraße geteilt durch ein dunkles Band mit mehreren hellen Objekten links und rechts über Bäumen mit dicken Stämmen.

Milchstraße über der Baobaballee

Bildunterschriften: Auszeichnung beim IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Weitwinkelaufnahmen von Himmelsmustern. Dieses Bild, das im Juli 2017 von der Baobaballee in Morondava in Madagaskar aus aufgenommen wurde, zeigt das majestätische Band unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, umgeben von einer Vielzahl von Sternbildern und Asterismen: das Kreuz des Südens (lat. Crux), der Zentaur (lat. Centaurus), der Skorpion (lat. Scorpius), der Schütze (lat. Sagittarius) und den Asterismus des Teekessels. Links unten im Bild sind das Kreuz des Südens und die Zeigersterne alpha (der hellere der beiden) und beta Centauri zu sehen, die helfen, es von ähnlich aussehenden Konfigurationen zu unterscheiden. Einige Kulturen in Afrika assoziieren das Kreuz des Südens mit einer Giraffe, während andere das Sternbild mit einem Löwenrudel oder sogar mit dem Baum des Lebens in Verbindung bringen. Antares, der hellste Stern im Sternbild Skorpion, ist der orange-rote Stern direkt über dem mittleren Affenbrotbaum. Für das Volk der Pokomo aus dem südwestlichen Kenia in Afrika wird die Milchstraße mit dem Rauch eines Lagerfeuers assoziiert, das von alten Menschen entzündet wurde. Die verschiedenen Völker Südafrikas haben dagegen unterschiedliche Sternengeschichten: Die Khoikhoi aus der Region um Kapstadt erklären die Farben der roten und weißen Sterne mit roten und weißen Wurzeln, die auf einem Feuer geröstet und zusammen mit der Asche des Feuers in den Himmel geworfen wurden. Die weiter östlich lebenden Xhosa halten die Milchstraße für die aufgerichteten Nackenhaare eines riesigen wütenden Hundes, während die Zulu aus der Nähe von Johannesburg sie als einen Speer-Angriff ihrer stärksten Krieger interpretieren. Die polynesischen Völker, die geschickte Seefahrer und Navigatoren waren, sehen das Sternbild Skorpion als Fischhaken und bezeichnen es als den Fischhaken des Halbgottes Maui. Für die Djab Wurrung und die Jardwadjali ist das Kreuz des Südens Teil einer Traumzeitgeschichte, in der es um Tchingal, die Bram-Bram-Bult-Brüder (die Zeigersterne), ihre Mutter Druk (delta Crucis) und Bunya geht, den Jäger, der sich in ein Opossum verwandelt (Gacrux, der rote Stern an der Spitze des Kreuzes des Südens). Dieses Bild zeigt auch die Planeten Saturn (der helle Punkt über Antares) und Jupiter (der helle Punkt unten rechts im Bild in der Nähe des Affenbrotbaumstamms). Bei indigenen Kulturen gibt es verschiedene Geschichten zu den Planeten, z. B. assoziieren die Kamilaroi und Wailan den Saturn mit Wunygal, einem kleinen Vogel. Das Volk der Boorong in West-Victoria assoziiert Jupiter mit Ginabongbearp, dem Häuptling der alten Geister (Nurrumbunguttias), der die totemistische Form des weißen Gelbhaubenkakadus annimmt.
Bildnachweis: Amirreza Kamkar/IAU OAU

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Eine Ganzhimmelsaufnahme, die die Milchstraße als einen diffusen Lichtstrom zeigt

Die Milchstraße im Zenit

Bildunterschriften: Auszeichnung beim IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Weitwinkelaufnahmen von Himmelsmustern. Diese All-Sky-Aufnahme vom Mai 2019 zeigt unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, beim Überqueren des Zenits, also des Punkts direkt über dem Betrachter oder der Betrachterin in Nagano in Japan. Solche Bilder des gesamten Himmels können entweder mit einem Fischaugenobjektiv oder mit einem konvexen Spiegel auf dem Boden aufgenommen werden, wobei in letzterem Fall auch der Fotograf oder die Fotografin sichtbar wäre. Einige der hellsten Sterne am Nachthimmel sind auf diesem Bild zu sehen, ebenso wie zwei der großen Gasplaneten unseres Sonnensystems: Jupiter, der hellste Punkt im unteren Teil des Bildes, und Saturn, ein weiterer heller Punkt auf der gegenüberliegenden Seite der Galaxis, ganz unten und in der Nähe des Horizonts. Direkt rechts von der Milchstraße und unterhalb von Jupiter können wir den hellen rötlichen Stern Antares erkennen, den Hauptstern des japanischen Asterismus des Herzens. Japanische Sternbilder leiten sich von alten chinesischen Sternbildern ab, die mit nur geringen oder gar keinen Änderungen übernommen wurden. In dieser Tradition ist "Das Herz" das Herz des "Blauen Drachens", eines großen Sternbilds, das den Frühling darstellt. In der babylonischen und griechisch-römischen Tradition gilt dieser Bereich als das Herz des Skorpions. In der babylonischen Religion wird der Stern mit Lisi, dem Kind der Muttergöttin, in Verbindung gebracht, während er in der griechischen Mythologie aufgrund seiner Farbe mit dem Planeten Mars in Verbindung gebracht wird. Die rötliche Farbe hat dem Stern auch den chinesischen Namen "Feuerstern" eingebracht. Wir wissen, dass diese Farbe auf seine relativ kühle Temperatur zurückzuführen ist. Wenn wir von Antares nach rechts im Bild gehen, finden wir die nördlicheren Teile des Himmels. Der helle Stern unten rechts im Bild, in der Nähe des Horizonts, ist Arktur, der sich im modernen Sternbild Bootes befindet. Während Antares und seine Umgebung als das Herz des Blauen Drachens gelten, sind Arktur und Spica (unter dem Horizont) zwei Einzelsterne, die sein riesiges Horn bilden. Wenn man von oben auf ihn zeigt, kann man am rechten Rand des Horizonts den Griff des Großen Wagens oder Pflugs sehen, der zum Sternbild der Großen Bärin (lat. Ursa Major) gehört. Der helle Punkt rechts von der Milchstraße und knapp über der Bildmitte ist die Wega, die im modernen Sternbild Leier (lat. Lyra) liegt. Zieht man eine Linie nach links unten auf die andere Seite der Milchstraße, trifft man auf Altair im Sternbild Adler (lat. Aquila). Von diesem Punkt aus können wir eine weitere Linie zu Deneb ziehen, dem hellsten Stern im Sternbild Schwan, der ebenfalls etwas höher im Bild liegt und vollständig von der Milchstraße überflutet wird. Diese drei hellen Sterne bilden einen Asterismus, der auf der Nordhalbkugel als Sommerdreieck bekannt ist.
Bildnachweis: Ohnishi Kouji/IAU OAE

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Der helle Mond beleuchtet einen Strand. Drei helle Planeten bilden eine Linie zum Horizont links unterhalb des Mondes.

Die Sterne und das Meer gemeinsam bewachen

Bildunterschriften: Auszeichnung beim IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Weitwinkelaufnahmen von Himmelsmustern. Die Komposition dieses Bildes fällt ins Auge: In der Ferne scheint eine Bergkette die Struktur der Milchstraße am Himmel darüber widerzuspiegeln. Die kräftigen, tageslichtähnlichen Farben der Landschaft werden durch den Mond erzeugt, die helle Lichtquelle am oberen Bildrand. Dieses im Februar 2019 in Kinabalu in Malaysia aufgenommene Bild zeigt die Ausrichtung der Planeten und des Mondes entlang der Ekliptik, also der Ebene, in der alle Planeten die Sonne umkreisen. Während die Ekliptik die Zentrallinie des Tierkreises darstellt, befinden sich die Tierkreissternbilder in einem Bereich von etwa fünf bis zehn Grad auf beiden Seiten der Ekliptik. Vom Horizont beginnend Richtung oberer Bildmitte sind die Planeten Venus, Saturn und Jupiter aufgereiht. Die Planeten haben für die Menschen auf der ganzen Welt eine unterschiedliche kulturelle Bedeutung und sind tief in die sozialen, religiösen und praktischen Aspekte des Lebens eingebettet. In den Wardaman-Traditionen der australischen Ureinwohner zum Beispiel werden die Planeten mit den Geistern der Ahnen in Verbindung gebracht, die die Himmelsstraße (die Ekliptik) durchwandern. Das Erscheinen und Verschwinden der Planeten am Himmel wird mit verschiedenen Zeremonien in Verbindung gebracht. Wenn zum Beispiel die Venus als "Morgenstern" erscheint, nachdem sie zuvor der "Abendstern" war, markiert dies die Banumbirr-Zeremonie des Yolnu-Volkes im Arnhemland in Australien. Das Bild zeigt auch die Sternbilder Skorpion (lat. Scorpius), Adler (lat. Aquila), Wolf (lat. Lupus) und das Südliche Dreieck (lat. Triangulum Australe), den Asterismus der Teekanne und die beiden Zeigersterne alpha und beta Centauri. Die Sternbilder, Asterismen und einzelne Sterne darin haben in vielen verschiedenen Kulturen eine Bedeutung. Da Malaysia in der Nähe des Äquators liegt, gibt es sowohl Verbindungen zum Norden als auch zum Süden, und fast der gesamte Himmel ist im Laufe des Jahres sichtbar. Der Stern Antares wird vom Volk der Kokatha in der westlichen Wüste als Kogolongo, der Rotschwanz-Rabenkakadu, gesehen, während die Boorong ihn als Djuit bezeichnen, den Singsittich. Die beiden Sterne, die den Stachel des Skorpions bilden (Shaula und Lesath), werden als Karik Karik betrachtet, der Graubartfalke.
Bildnachweis: Likai Lin/IAU OAU

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Das Sternbild Orion als sanduhrförmige Sternansammlung im unteren Teil des Bildes, oberhalb befindet sich der V-förmige Stier

Rumänischer Orion

Bildunterschriften: Auszeichnung beim IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Weitwinkelaufnahmen von Himmelsmustern. Dieses Bild wurde im August 2012 in Rumänien aufgenommen und zeigt zwei der bekanntesten Sternbilder am Himmel: Orion und den Stier (lat. Taurus). Der Jäger Orion befindet sich in der Nähe des Horizonts. Der auffälligste Stern auf diesem Bild ist Beteigeuze, während die Sterngruppe des Oriongürtels von drei hellen Sternen gebildet wird, die in einer Reihe stehen. Direkt über dem Orion finden wir mit dem Stier eines der Sternbilder des Tierkreises. Da der Tierkreis aus Babylon stammt, steht der Himmelsstier für eine mächtige, aber gefährliche Kreatur, die von König Gilgamesch und seinem Freund Enkidu besiegt wurde. Sie teilten den Stier in zwei Hälften und opferten das Tier den Göttern, um ihr Volk zu schützen. Im Stier befindet sich der Sternhaufen der Plejaden, auch bekannt als die Sieben Schwestern. Zwei Planeten sind ebenfalls zu sehen: Venus, der helle Fleck in der Nähe des Zauns, und Jupiter, der helle Punkt oberhalb der Bildmitte, neben dem Kopf des Stiers. Verschiedene Kulturen haben die Sterne dieser Sternbilder in ihre eigene Mythologie aufgenommen. In Rumänien zum Beispiel hat man nach der Christianisierung vier weitere Sternbilder aus einigen Sternen des Orion und anderen gebildet, die ihn umgeben. Eines dieser Sternbilder heißt Trisfetitele (die drei Heiligen). Es wird mit den drei Sternen des Oriongürtels in Verbindung gebracht, die die drei Hierarchen Basilius, Gregor und Johannes darstellen. Derselbe Asterismus wird auch Drei Weise Männer, Könige aus dem Osten oder einfach Drei Könige genannt - alle diese Namen haben ihre Wurzeln in der christlichen Religion. Der landwirtschaftliche Kalender hingegen veranlasste die Bauern, zwei weitere Sternbilder zu definieren: den Kleinen Pflug und die Sichel. Beide sind in der südlichen Hälfte des Orion-Rechtecks zu finden. Für den Kleinen Pflug verbindet man das südliche Viereck mit Orions linker Schulter und die Sichel entsteht aus der Verbindung von Orions linkem Fuß (Rigel) und den Gürtelsternen, wodurch ein Bogen entsteht und die Form einer Hacke vervollständigt wird. Im Kulturkalender wurden diese Sternbilder verwendet, um die Ernte von Weizen/Getreide anzukündigen. Das vierte rumänische Sternbild schließlich ist der Große Erdbohrer, wobei der Gürtel des Orion den Griff des Bohrers darstellt und Beteigeuze die Spitze, die zu Pollux in den Zwillingen zeigt. Dieses Sternbild wird mit Schätzen in Verbindung gebracht, da die rumänischen Bauern glauben, dass der Erdbohrer auf den Schatz zeigt, wenn sie sich dem Ende der Welt nähern. Die meisten offiziellen Sternnamen im Orion sind arabisch: Mintaka ("Leibriemen") befindet sich an der Taille, Alnitak ("Hüftgürtel") und Alnilam ("Schnur") am Gürtel und Rigel ("Fuß") befindet sich am linken Fuß. Der Stern auf der linken Schulter heißt Bellatrix, die lateinische Bezeichnung für eine Kriegerin. Der Stern am rechten Bein wird Saiph genannt, nach dem Schwert oder Säbel des arabischen Orion.
Bildnachweis: Alex Conu/IAU OAE

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Die Milchstraße erscheint als zwei vertikale, diffuse Lichtbänder beiderseits eines dunklen Staubbands über einer Felsnadel.

Die Säule der Schöpfung

Bildunterschriften: Auszeichnung beim IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Weitwinkelaufnahmen von Himmelsmustern. Dieses Bild zeigt den Nachthimmel über den Drei Zinnen (Naturpark Dolomiten) in der Grenzregion zwischen Südtirol und Venetien in Italien im Oktober 2021. Der helle Fleck auf der linken Seite ist der Planet Jupiter, der im Sternbild Steinbock zu sehen ist. Rechts von Jupiter und unterhalb der beiden Hornsterne des Steinbocks befindet sich der Planet Saturn. Direkt über Jupiter sind Teile des Wassermanns zu sehen, einem der größten Sternbilder und ebenfalls Teil des Tierkreises. Nördlich von diesen Sternbildern, links von der Milchstraße, befinden sich hauptsächlich schwache Sterne. Der hellere weißliche Stern in der oberen linken Ecke ist Enif, ein Doppelstern im Sternbild Pegasus. Die Milchstraße scheint wie Dampf von den Felsnadeln der Zinnen aufzusteigen. Ungefähr in der Mitte des Bildes befinden sich zwei helle Sterne links und rechts der Milchstraße: Altair und Vega. Sie scheinen durch den galaktischen Strom getrennt zu sein, wie es in einer traditionellen chinesischen Geschichte heißt, in der sie ein liebendes Paar darstellen. Heute ergänzt der helle Stern am oberen Rand des Fotos die beiden in der volkstümlichen Astronomie zu einem großen Dreieck: dem Sommerdreieck auf der Nordhalbkugel. Altair ist der hellste Stern des babylonischen Sternbilds des Adlers (lat. Aquila). Im alten Babylon hieß es, dass der Adler den König Etana in die Lüfte trug, damit er die Erde von oben sehen konnte. Neben dem babylonischen Adler befand sich das Sternbild der Leiche, das erst in römischer Zeit wieder auftauchte, als Ptolemäus es als neues Untersternbild "Antinoos" unter den Adler stellte. Er wird als der Leichnam (oder die Seele) des Lieblings des römischen Kaisers Hadrian angesehen, der gerade im Nil gestorben war. Vega ist der helle weiße Stern rechts von der Milchstraße. Er gehört zum kleinen Sternbild Leier, das für den Ringnebel bekannt ist, einen beeindruckenden Planetarischen Nebel - ein sterbender Stern, der seine äußere Hülle in den Weltraum bläst. Am rechten Rand des Bildes fallen drei Sterne in einer gebogenen Reihe auf. Dies ist die Deichsel des Großen Wagens, der nach unten zu einem hellen Stern in der Nähe des Horizonts zeigt: Arktur, der hellste Stern des Sternbilds Bootes (griechisch: der Pflüger). Dieses drachenähnliche Sternbild ist wahrscheinlich eine heidnische Interpretation des babylonischen Gottes "Enlil", dessen Sternbild ebenfalls an dieser Stelle des Himmels stand. Die Römer deuteten diese Figur als den Ochsentreiber um, der die sieben Ochsen kontrollierte, die in den hellen Sternen der Großen Bärin (lat. Ursa Major) zu sehen sind. Direkt rechts von Vega befindet sich das riesige Sternbild Herkules, und darunter, direkt links von Bootes, finden wir einen Halbkreis aus Sternen, der das kleine Sternbild Corona Borealis bildet, das in der griechischen Kultur mit Ariadne, der Tochter des Königs Minos von Kreta, in Verbindung gebracht wird. Die Lichter, die man unten links im Bild sieht, sind auf die Reflexion von künstlichem Licht in den Wolken zurückzuführen.
Bildnachweis: Giorgia Hofer/IAU OAE

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Three bright objects in the sky with one top left, one in the middle and one lower centre.

Jupiter, Venus, Moon Conjunction

Bildunterschriften: Captured with a smartphone in February 2023, over the skies of Luzerne County, Pennsylvania, USA, this photograph offers a glimpse into a conjunction, an enthralling astronomical phenomenon that occurs when two or more celestial objects are seen in close proximity in the sky from our perspective, despite the objects not being physically near to each other. In this image, the brilliance of Jupiter (top), the allure of Venus (middle), and the familiar glow of our Moon (bottom) dance together against a backdrop of delicate clouds and a treeline silhouette, making it a moment worth treasuring.
Bildnachweis: Joslynn Appel/IAU OAE (CC BY 4.0)

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A person stands next to a snowy lake. The Milky Way stretches from the top of the image to the horizon.

Milky Way Stargazer

Bildunterschriften: In May 2020, atop Mount Gongga in Sichuan, China, a lone observer stands amidst the cool night air at high altitude. Looking up, they witness the grand arc of the Milky Way stretching across the sky, captured using a smartphone set to panorama mode. This image was taken far away from the city lights at an elevation of 4200 metres, where the quiet of the mountains accentuate the connection between Earth and the vast cosmos. Jupiter, a bright planet, can be seen alongside the central bulge of the Milky Way, while a subtle green airglow on the horizon adds an intriguing touch to the scene.
Bildnachweis: Jianfeng Dai/IAU OAE (CC BY 4.0)

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