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Glossarbegriffe: Galileische Satelliten

Also known as Galileische Monde oder Galileische Trabanten

Description: Die Galileischen Satelliten sind die vier größten und hellsten Satelliten bzw. Monde, die den Planeten Jupiter umkreisen: Io, Europa, Ganymed und Callisto. Io ist dem Jupiter am nächsten und hat Hunderte von aktiven Vulkanen. Das liegt hauptsächlich daran, dass Io durch die Gezeitenwirkung der Schwerkraft des Jupiters "durchgeknetet" wird. Die gesamte Oberfläche von Europa ist mit Eis bedeckt. Unter dem Eis wird ein Ozean aus flüssigem Wasser vermutet, der einer der besten Kandidaten für die Entstehung von Leben außerhalb der Erde im Sonnensystem ist. Ganymed ist der größte Mond in unserem Sonnensystem und auch der Mond mit der größten Masse: Sie ist doppelt so groß wie die des Erdmondes. Kallisto ist fast genau so groß wie der Planet Merkur, hat aber nur etwa ein Drittel der Masse des Merkurs.

Die vier Galileischen Monde wurden von Galileo Galilei im Jahr 1610 entdeckt, als eine von mehreren Entdeckungen im Rahmen seiner Pionierarbeit bei der Verwendung eines Teleskops für astronomische Beobachtungen. Galilei konnte nachweisen, dass die vier Monde den Jupiter im Laufe der Zeit wie ein Miniatur-Sonnensystem umkreisen. Dies war ein klarer Beweis dafür, dass astronomische Objekte einen anderen Mittelpunkt als die Erde umkreisen können. Diese Beobachtung spielte eine wichtige Rolle bei der Verlagerung des wissenschaftlichen Konsenses von der erdzentrierten (geozentrischen) zur sonnenzentrierten (heliozentrischen) Sicht des Sonnensystems.

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Der Planet Jupiter mit den zwei der vier Galileischen Monde (sichtbar als helle Punkte), die ihn umkreisen.

Die Rotation des Jupiters, von Vishal Sharma, Indien

Bildunterschriften: Dritter Platz beim IAU OAE Astrofotografie-Wettbewerb 2021, Kategorie Galileische Monde: Jupiter's Rotation, von Vishal Sharma, Indien. Diese Zeitrafferaufnahme zeigt wunderschön die Rotation des Jupiters und den Vorbeizug zweier Galileischer Monde auf der rechten Seite des Bildes. Jupiter vollzieht eine Umdrehung in knapp 10 Stunden, und wir sehen, wie sich der Große Rote Fleck von links nach rechts bewegt. Die beiden Monde legen in dieser kurzen Zeit einen beachtlichen Teil ihrer Umlaufbahn zurück. Dieses Bild wurde im Jahr 2020 im Norden Indiens aufgenommen.
Bildnachweis: Vishal Sharma/IAU OAE

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons


Der Planet Jupiter, hier als helle Scheibe zu sehen, wird von den vier Galileischen Monden umkreist, die als helle Punkte zu sehen sind

Jupiter Moons Movie2, von Nicolas Hurez, Paul-Antoine Matrangolo, und Carl Pennypacker, Vereinigte Staaten von Amerika

Bildunterschriften: Zweiter Platz beim IAU OAE Astrophotography Contest 2021, Kategorie Galileische Monde. Diese Sequenz zeigt den Umlauf der vier Galileischen Monde um den Planeten Jupiter. Vom innersten Mond, Io, sind fast zwei komplette Umläufe zu sehen, während die anderen Monde (Europa und Ganymed, vor allem aber Callisto) weiter vom Planeten entfernt sind und deutlich langsamer umlaufen. Die Bilder wurden 2018 mit dem Las Cumbres Global Observatory an verschiedenen Standorten auf der Erde aufgenommen, was eine kontinuierliche Bildfolge über etwa eine halbe Woche ohne Lücken während des Tages ermöglichte. Bei klarem Himmel und über mehrere Nächte hinweg kann die Bewegung der Galileischen Monde auch mit einem Fernglas beobachtet werden (idealerweise mit den Ellbogen auf einer Unterlage aufstützen).
Bildnachweis: Nicolas Hurez, Paul-Antoine Matrangolo und Carl Pennypacker/IAU OAE

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Jupiter mit farbigen, horizontalen Wolkenbändern. Der Schatten des Mondes Io ist als dunkler Kreis oben links zu sehen

Jupiter, Io und sein Schatten, von Ralf Burkart, Deutschland

Bildunterschriften: Erster Platz beim IAU OAE Astrophotografie-Wettbewerb 2021, Kategorie Galileische Monde. Dieser Zeitraffer von Jupiter, der 2017 von Deutschland aus aufgenommen wurde, veranschaulicht sehr schön den Transit eines der Galileischen Monde, Io, vor Jupiter. Da es sich hierbei lediglich um einen Mond handelt, der einen Schatten auf einen Planeten wirft, entspricht dies einer Mondfinsternis auf der Erde, die aus größerer Entfernung beobachtet wird. Während der Schatten des Mondes von Anfang an deutlich zu sehen ist, könnte es beim ersten Betrachten des Videos schwierig sein, den Mond selbst vor dem Hintergrund der schönen atmosphärischen Bänder des Jupiters zu erkennen. Bei wiederholter Betrachtung kann man die schnelle Bewegung und Rotation bei dieser fantastischen Beobachtung besser erkennen.
Bildnachweis: Ralf Burkart/IAU OAE

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Io ist etwa kugelförmig. Seine Oberfläche besteht hauptsächlich aus gelblichen Schwefelverbindungen und eher kleinen, dunkleren Vulkanen.

Io

Bildunterschriften: Die NASA-Raumsonde Galileo hat am 3. Juli 1999 ihre höchstauflösenden Bilder des Jupitermondes Io aufgenommen. Io ist einer der vier Jupitermonde, die von Galileo Galilei im Jahr 1610 entdeckt wurden. Die Farben von Io zeugen von seiner umfangreichen vulkanischen Aktivität, da sie aus schwefelhaltigen Verbindungen resultiert. Die Gezeitenkräfte von Jupiter und den benachbarten Monden sind die Ursache für den Vulkanismus auf Io.
Bildnachweis: NASA/JPL/Universität von Arizona credit link

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Europa ist rund mit großen Flecken in brauner bis weißer Farbe, bedeckt mit zahlreichen Spalten, die zufällig auf der Oberfläche verteilt sind

Europa

Bildunterschriften: Dieses von der NASA-Raumsonde Galileo im September 1996 aufgenommene Bild zeigt den mit Eis bedeckten Jupitersatelliten Europa in annähernd natürlicher Farbe. Lange, dunkle Linien sind Brüche in der Kruste, von denen einige mehr als 3.000 Kilometer lang sind (1.850 Meilen). Das helle Merkmal mit dem dunklen Fleck in der Mitte im unteren Drittel des Bildes ist ein junger Einschlagskrater mit einem Durchmesser von etwa 50 Kilometern (31 Meilen). Europa hat einen Durchmesser von etwa 3.160 Kilometern (1.950 Meilen), was in etwa der Größe des Erdmondes entspricht.
Bildnachweis: NASA/JPL/DLR

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