Loading...

Glossarbegriffe: Saturn

Description: Saturn ist von der Sonne aus gesehen der sechste Planet und der zweitgrößte der Planeten in Bezug auf Größe und Masse. Er ist ein Gasriese mit einem Durchmesser von 120.000 Kilometern (km), was dem 9,4-fachen Radius der Erde entspricht. Saturn hat die geringste Dichte der Planeten des Sonnensystems: Seine Dichte ist geringer als die von Wasser auf der Erde. Seine Masse beträgt das 95-fache der Masse der Erde.

Seine mittlere Entfernung von der Sonne beträgt 1,4 Milliarden km, etwa 9,5 Astronomische Einheiten (Abstand Erde-Sonne). Saturn braucht 29,4 Jahre für einen Umlauf um die Sonne. Astronomen haben mehr als 140 Monde oder natürliche Satelliten entdeckt, die den Saturn umkreisen. Unter diesen Monden ist Titan der größte und der einzige Mond im Sonnensystem mit einer nennenswerten Atmosphäre.

Der Saturn ist benannt nach dem römischen Gott des Ackerbaus und gilt als Schmuckstück des Sonnensystems. Er ist mit bloßem Auge als matter Lichtpunkt am Himmel zu erkennen. Obwohl er über eine Milliarde Kilometer von der Erde entfernt ist, kann man die wunderschönen Ringe, die ihn umgeben, schon mit einem kleinen Teleskop sehen.

Zugehörige Glossarbegriffe:



See this term in other languages

Term and definition status: The original definition of this term in English have been approved by a research astronomer and a teacher
The translation of this term and its definition is still awaiting approval

The OAE Multilingual Glossary is a project of the IAU Office of Astronomy for Education (OAE) in collaboration with the IAU Office of Astronomy Outreach (OAO). The terms and definitions were chosen, written and reviewed by a collective effort from the OAE, the OAE Centers and Nodes, the OAE National Astronomy Education Coordinators (NAECs) and other volunteers. You can find a full list of credits here. All glossary terms and their definitions are released under a Creative Commons CC BY-4.0 license and should be credited to "IAU OAE".

Zugehörige Medien


The planet Saturn with pale brownish cloud ribbons and its thin and extended greyish rings

Saturn

Bildunterschriften: The NASA/ESA Hubble Space Telescope’s Wide Field Camera 3 observed Saturn on 20 June 2019 as the planet made its closest approach to Earth this year, at approximately 1.36 billion kilometres away. The image shows coloured bands of gas on the planet's surface as well as its prominent rings made of ice and rocky material.
Bildnachweis: NASA, ESA, A. Simon (Goddard Space Flight Center), and M.H. Wong (University of California, Berkeley) credit link

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons


Die Milchstraße über dem Horizont und einer Landschaft mit Bäumen, Wasser und dem fernen Schein der Lichter einer Stadt

Fließender Nachthimmel

Bildunterschriften: Lobende Erwähnung beim IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Zeitraffer von Himmelsmustern. Dieser Zeitraffer wurde im August 2020 in der Slowakei aufgenommen. Teilweise wird in den einzelnen Sequenzen die relative Bewegung des Himmels zur Erdrotation festgehalten, so dass wir als Betrachter*innen eine andere Perspektive erleben. Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, ist während des gesamten Videos zu sehen. Die hellen Objekte in der Nähe der Milchstraße sind Jupiter und Saturn, die dicht beieinanderstehen, wobei Jupiter der hellere ist. Das Video zeigt auch das Treiben von Amateurastronom*innen, die mit ihren Teleskopen beobachten und den Nachthimmel fotografieren. Ein Aspekt der astronomischen Beobachtungskunst ist, dass Wolken plötzlich den ganzen Himmel bedecken können. Der Nebel entsteht meist durch die höhere Luftfeuchtigkeit nach dem Regen. Die meisten der Lichtspuren am Himmel stammen von Satelliten, aber einige von ihnen, die nur sehr kurz und unauffällig erscheinen, sind Sternschnuppen, denn das Video wurde um den Höhepunkt des Perseiden-Meteorstroms herum aufgenommen.
Bildnachweis: Robert Barsa/IAU OAE

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons


Die Milchstraße geteilt durch ein dunkles Band mit mehreren hellen Objekten links und rechts über Bäumen mit dicken Stämmen.

Milchstraße über der Baobaballee

Bildunterschriften: Auszeichnung beim IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Weitwinkelaufnahmen von Himmelsmustern. Dieses Bild, das im Juli 2017 von der Baobaballee in Morondava in Madagaskar aus aufgenommen wurde, zeigt das majestätische Band unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, umgeben von einer Vielzahl von Sternbildern und Asterismen: das Kreuz des Südens (lat. Crux), der Zentaur (lat. Centaurus), der Skorpion (lat. Scorpius), der Schütze (lat. Sagittarius) und den Asterismus des Teekessels. Links unten im Bild sind das Kreuz des Südens und die Zeigersterne alpha (der hellere der beiden) und beta Centauri zu sehen, die helfen, es von ähnlich aussehenden Konfigurationen zu unterscheiden. Einige Kulturen in Afrika assoziieren das Kreuz des Südens mit einer Giraffe, während andere das Sternbild mit einem Löwenrudel oder sogar mit dem Baum des Lebens in Verbindung bringen. Antares, der hellste Stern im Sternbild Skorpion, ist der orange-rote Stern direkt über dem mittleren Affenbrotbaum. Für das Volk der Pokomo aus dem südwestlichen Kenia in Afrika wird die Milchstraße mit dem Rauch eines Lagerfeuers assoziiert, das von alten Menschen entzündet wurde. Die verschiedenen Völker Südafrikas haben dagegen unterschiedliche Sternengeschichten: Die Khoikhoi aus der Region um Kapstadt erklären die Farben der roten und weißen Sterne mit roten und weißen Wurzeln, die auf einem Feuer geröstet und zusammen mit der Asche des Feuers in den Himmel geworfen wurden. Die weiter östlich lebenden Xhosa halten die Milchstraße für die aufgerichteten Nackenhaare eines riesigen wütenden Hundes, während die Zulu aus der Nähe von Johannesburg sie als einen Speer-Angriff ihrer stärksten Krieger interpretieren. Die polynesischen Völker, die geschickte Seefahrer und Navigatoren waren, sehen das Sternbild Skorpion als Fischhaken und bezeichnen es als den Fischhaken des Halbgottes Maui. Für die Djab Wurrung und die Jardwadjali ist das Kreuz des Südens Teil einer Traumzeitgeschichte, in der es um Tchingal, die Bram-Bram-Bult-Brüder (die Zeigersterne), ihre Mutter Druk (delta Crucis) und Bunya geht, den Jäger, der sich in ein Opossum verwandelt (Gacrux, der rote Stern an der Spitze des Kreuzes des Südens). Dieses Bild zeigt auch die Planeten Saturn (der helle Punkt über Antares) und Jupiter (der helle Punkt unten rechts im Bild in der Nähe des Affenbrotbaumstamms). Bei indigenen Kulturen gibt es verschiedene Geschichten zu den Planeten, z. B. assoziieren die Kamilaroi und Wailan den Saturn mit Wunygal, einem kleinen Vogel. Das Volk der Boorong in West-Victoria assoziiert Jupiter mit Ginabongbearp, dem Häuptling der alten Geister (Nurrumbunguttias), der die totemistische Form des weißen Gelbhaubenkakadus annimmt.
Bildnachweis: Amirreza Kamkar/IAU OAU

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons


Eine Ganzhimmelsaufnahme, die die Milchstraße als einen diffusen Lichtstrom zeigt

Die Milchstraße im Zenit

Bildunterschriften: Auszeichnung beim IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Weitwinkelaufnahmen von Himmelsmustern. Diese All-Sky-Aufnahme vom Mai 2019 zeigt unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, beim Überqueren des Zenits, also des Punkts direkt über dem Betrachter oder der Betrachterin in Nagano in Japan. Solche Bilder des gesamten Himmels können entweder mit einem Fischaugenobjektiv oder mit einem konvexen Spiegel auf dem Boden aufgenommen werden, wobei in letzterem Fall auch der Fotograf oder die Fotografin sichtbar wäre. Einige der hellsten Sterne am Nachthimmel sind auf diesem Bild zu sehen, ebenso wie zwei der großen Gasplaneten unseres Sonnensystems: Jupiter, der hellste Punkt im unteren Teil des Bildes, und Saturn, ein weiterer heller Punkt auf der gegenüberliegenden Seite der Galaxis, ganz unten und in der Nähe des Horizonts. Direkt rechts von der Milchstraße und unterhalb von Jupiter können wir den hellen rötlichen Stern Antares erkennen, den Hauptstern des japanischen Asterismus des Herzens. Japanische Sternbilder leiten sich von alten chinesischen Sternbildern ab, die mit nur geringen oder gar keinen Änderungen übernommen wurden. In dieser Tradition ist "Das Herz" das Herz des "Blauen Drachens", eines großen Sternbilds, das den Frühling darstellt. In der babylonischen und griechisch-römischen Tradition gilt dieser Bereich als das Herz des Skorpions. In der babylonischen Religion wird der Stern mit Lisi, dem Kind der Muttergöttin, in Verbindung gebracht, während er in der griechischen Mythologie aufgrund seiner Farbe mit dem Planeten Mars in Verbindung gebracht wird. Die rötliche Farbe hat dem Stern auch den chinesischen Namen "Feuerstern" eingebracht. Wir wissen, dass diese Farbe auf seine relativ kühle Temperatur zurückzuführen ist. Wenn wir von Antares nach rechts im Bild gehen, finden wir die nördlicheren Teile des Himmels. Der helle Stern unten rechts im Bild, in der Nähe des Horizonts, ist Arktur, der sich im modernen Sternbild Bootes befindet. Während Antares und seine Umgebung als das Herz des Blauen Drachens gelten, sind Arktur und Spica (unter dem Horizont) zwei Einzelsterne, die sein riesiges Horn bilden. Wenn man von oben auf ihn zeigt, kann man am rechten Rand des Horizonts den Griff des Großen Wagens oder Pflugs sehen, der zum Sternbild der Großen Bärin (lat. Ursa Major) gehört. Der helle Punkt rechts von der Milchstraße und knapp über der Bildmitte ist die Wega, die im modernen Sternbild Leier (lat. Lyra) liegt. Zieht man eine Linie nach links unten auf die andere Seite der Milchstraße, trifft man auf Altair im Sternbild Adler (lat. Aquila). Von diesem Punkt aus können wir eine weitere Linie zu Deneb ziehen, dem hellsten Stern im Sternbild Schwan, der ebenfalls etwas höher im Bild liegt und vollständig von der Milchstraße überflutet wird. Diese drei hellen Sterne bilden einen Asterismus, der auf der Nordhalbkugel als Sommerdreieck bekannt ist.
Bildnachweis: Ohnishi Kouji/IAU OAE

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons


Die Milchstraße über einer wolkenverhangenen Landschaft. Auf der linken Seite des Bildes ist ein Dreieck aus hellen Objekten.

Äquatoriale Milchstraße

Bildunterschriften: Lobende Erwähnung im IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Weitwinkelaufnahmen von Himmelsmustern. Dieses Bild wurde im März 2016 im Bromo-Tengger-Semeru-Nationalpark auf der Insel Java in Indonesien aufgenommen und zeigt Regionen der südlichen Milchstraße und am linken Bildrand die beiden Planeten Mars und Saturn. Mars erscheint orange und ähnelt in seiner Farbe dem Stern Antares, dessen griechischer Name – Gegen-Mars – darauf verweist. Saturn ist etwas schwächer als Mars, aber deutlich sichtbar zwischen den Sternen des Schlangenträgers (lat. Ophiuchus) oberhalb des Pfeifennebels und bildet mit Mars und Antares ein gleichschenkliges Dreieck. Mars ist der obere helle Punkt und Saturn befindet sich senkrecht darunter. Beide Planeten sind mit bloßem Auge sichtbar und haben in vielen Kulturen der Welt eine große Bedeutung. In der römischen Mythologie ist Mars der Gott des Krieges und der Fruchtbarkeit und Saturn der Gott der Aussaat und des Ackerbaus. Sein griechisches Pendant, der Gott Kronos, gilt zusätzlich als Herr der Vollendung. Die australischen Ureinwohner, darunter die Kamilaroi und die Wailan, assoziieren Saturn mit "wunygal", einem kleinen Vogel. Das Volk der Anmatyerre in der Zentralwüste nennt Mars Iherm-penh (etwas, das in Flammen aufgeht), während das Volk der Kokatha in der westlichen Wüste Mars und den Stern Antares mit dem schwarzen Rotschwanz-Rabenkakadu (Kogolongo) assoziiert. In der Mitte des Bildes sind die bekanntesten Sternbilder des Südhimmels deutlich zu erkennen: das Kreuz des Südens (lat. Crux), die Zeigersterne alpha und beta Centauri, der dunkle Kohlensack und der rötliche Carinanebel, der mit bloßem Auge nicht sichtbar, aber auf modernen Himmelsaufnahmen deutlich zu sehen ist. Im 19. Jahrhundert war der Stern eta Carinae für einige Zeit der zweithellste Stern am Himmel, aber da seine Helligkeit unregelmäßig schwankt, war er in den letzten Jahrzehnten kaum noch zu erkennen, und seine künftige Sichtbarkeit ist unvorhersehbar. Das südliche Dreieck (lat. Triangulum Australe) befindet sich zwischen den Zeigersternen und dem Skorpion, und im Sternbild Zentaur (lat. Centaurus) ist der helle Kugelsternhaufen omega Centauri deutlich zu erkennen. Er galt seit der Antike als "nebeliger Stern" und war daher mindestens 2000 Jahre lang in Sternkatalogen verzeichnet. Erst im letzten Jahrhundert entdeckten Astronom*innen, dass sich Kugelsternhaufen im Halo unserer Galaxie befinden und dass dieser aus etwa 10 Millionen Sternen besteht. Die dunklen Regionen in der Milchstraße, bei denen es sich um kühle, dichte Wolken aus Staub und Gas handelt, bilden den Kopf und den Körper des Himmelsemu Tchingal. Zusammen mit dem Kreuz des Südens und den Zeigersternen tauchen sie in den Traumzeitgeschichten vieler australischer Ureinwohner auf. Eine Geschichte, die mit den Djab Wurrung und den Jardwadjali in Verbindung gebracht wird, ist Teil einer Traumzeitgeschichte, in der es um Tchingal, die Bram-Bram-Bult-Brüder (die Zeigersterne), ihre Mutter Druk (delta Crucis) und den Jäger Bunya geht, der in ein Opossum (Gacrux, der rote Stern an der Spitze des Kreuz des Südens) verwandelt wird.
Bildnachweis: Giorgia Hofer/IAU OAE

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons


Der helle Mond beleuchtet einen Strand. Drei helle Planeten bilden eine Linie zum Horizont links unterhalb des Mondes.

Die Sterne und das Meer gemeinsam bewachen

Bildunterschriften: Auszeichnung beim IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Weitwinkelaufnahmen von Himmelsmustern. Die Komposition dieses Bildes fällt ins Auge: In der Ferne scheint eine Bergkette die Struktur der Milchstraße am Himmel darüber widerzuspiegeln. Die kräftigen, tageslichtähnlichen Farben der Landschaft werden durch den Mond erzeugt, die helle Lichtquelle am oberen Bildrand. Dieses im Februar 2019 in Kinabalu in Malaysia aufgenommene Bild zeigt die Ausrichtung der Planeten und des Mondes entlang der Ekliptik, also der Ebene, in der alle Planeten die Sonne umkreisen. Während die Ekliptik die Zentrallinie des Tierkreises darstellt, befinden sich die Tierkreissternbilder in einem Bereich von etwa fünf bis zehn Grad auf beiden Seiten der Ekliptik. Vom Horizont beginnend Richtung oberer Bildmitte sind die Planeten Venus, Saturn und Jupiter aufgereiht. Die Planeten haben für die Menschen auf der ganzen Welt eine unterschiedliche kulturelle Bedeutung und sind tief in die sozialen, religiösen und praktischen Aspekte des Lebens eingebettet. In den Wardaman-Traditionen der australischen Ureinwohner zum Beispiel werden die Planeten mit den Geistern der Ahnen in Verbindung gebracht, die die Himmelsstraße (die Ekliptik) durchwandern. Das Erscheinen und Verschwinden der Planeten am Himmel wird mit verschiedenen Zeremonien in Verbindung gebracht. Wenn zum Beispiel die Venus als "Morgenstern" erscheint, nachdem sie zuvor der "Abendstern" war, markiert dies die Banumbirr-Zeremonie des Yolnu-Volkes im Arnhemland in Australien. Das Bild zeigt auch die Sternbilder Skorpion (lat. Scorpius), Adler (lat. Aquila), Wolf (lat. Lupus) und das Südliche Dreieck (lat. Triangulum Australe), den Asterismus der Teekanne und die beiden Zeigersterne alpha und beta Centauri. Die Sternbilder, Asterismen und einzelne Sterne darin haben in vielen verschiedenen Kulturen eine Bedeutung. Da Malaysia in der Nähe des Äquators liegt, gibt es sowohl Verbindungen zum Norden als auch zum Süden, und fast der gesamte Himmel ist im Laufe des Jahres sichtbar. Der Stern Antares wird vom Volk der Kokatha in der westlichen Wüste als Kogolongo, der Rotschwanz-Rabenkakadu, gesehen, während die Boorong ihn als Djuit bezeichnen, den Singsittich. Die beiden Sterne, die den Stachel des Skorpions bilden (Shaula und Lesath), werden als Karik Karik betrachtet, der Graubartfalke.
Bildnachweis: Likai Lin/IAU OAU

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons


Die Milchstraße erscheint als zwei vertikale, diffuse Lichtbänder beiderseits eines dunklen Staubbands über einer Felsnadel.

Die Säule der Schöpfung

Bildunterschriften: Auszeichnung beim IAU OAE Astrofoto-Wettbewerb 2022, Kategorie Weitwinkelaufnahmen von Himmelsmustern. Dieses Bild zeigt den Nachthimmel über den Drei Zinnen (Naturpark Dolomiten) in der Grenzregion zwischen Südtirol und Venetien in Italien im Oktober 2021. Der helle Fleck auf der linken Seite ist der Planet Jupiter, der im Sternbild Steinbock zu sehen ist. Rechts von Jupiter und unterhalb der beiden Hornsterne des Steinbocks befindet sich der Planet Saturn. Direkt über Jupiter sind Teile des Wassermanns zu sehen, einem der größten Sternbilder und ebenfalls Teil des Tierkreises. Nördlich von diesen Sternbildern, links von der Milchstraße, befinden sich hauptsächlich schwache Sterne. Der hellere weißliche Stern in der oberen linken Ecke ist Enif, ein Doppelstern im Sternbild Pegasus. Die Milchstraße scheint wie Dampf von den Felsnadeln der Zinnen aufzusteigen. Ungefähr in der Mitte des Bildes befinden sich zwei helle Sterne links und rechts der Milchstraße: Altair und Vega. Sie scheinen durch den galaktischen Strom getrennt zu sein, wie es in einer traditionellen chinesischen Geschichte heißt, in der sie ein liebendes Paar darstellen. Heute ergänzt der helle Stern am oberen Rand des Fotos die beiden in der volkstümlichen Astronomie zu einem großen Dreieck: dem Sommerdreieck auf der Nordhalbkugel. Altair ist der hellste Stern des babylonischen Sternbilds des Adlers (lat. Aquila). Im alten Babylon hieß es, dass der Adler den König Etana in die Lüfte trug, damit er die Erde von oben sehen konnte. Neben dem babylonischen Adler befand sich das Sternbild der Leiche, das erst in römischer Zeit wieder auftauchte, als Ptolemäus es als neues Untersternbild "Antinoos" unter den Adler stellte. Er wird als der Leichnam (oder die Seele) des Lieblings des römischen Kaisers Hadrian angesehen, der gerade im Nil gestorben war. Vega ist der helle weiße Stern rechts von der Milchstraße. Er gehört zum kleinen Sternbild Leier, das für den Ringnebel bekannt ist, einen beeindruckenden Planetarischen Nebel - ein sterbender Stern, der seine äußere Hülle in den Weltraum bläst. Am rechten Rand des Bildes fallen drei Sterne in einer gebogenen Reihe auf. Dies ist die Deichsel des Großen Wagens, der nach unten zu einem hellen Stern in der Nähe des Horizonts zeigt: Arktur, der hellste Stern des Sternbilds Bootes (griechisch: der Pflüger). Dieses drachenähnliche Sternbild ist wahrscheinlich eine heidnische Interpretation des babylonischen Gottes "Enlil", dessen Sternbild ebenfalls an dieser Stelle des Himmels stand. Die Römer deuteten diese Figur als den Ochsentreiber um, der die sieben Ochsen kontrollierte, die in den hellen Sternen der Großen Bärin (lat. Ursa Major) zu sehen sind. Direkt rechts von Vega befindet sich das riesige Sternbild Herkules, und darunter, direkt links von Bootes, finden wir einen Halbkreis aus Sternen, der das kleine Sternbild Corona Borealis bildet, das in der griechischen Kultur mit Ariadne, der Tochter des Königs Minos von Kreta, in Verbindung gebracht wird. Die Lichter, die man unten links im Bild sieht, sind auf die Reflexion von künstlichem Licht in den Wolken zurückzuführen.
Bildnachweis: Giorgia Hofer/IAU OAE

License: CC-BY-4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) icons